Schouwen-Duiveland – Eine Insel, eine Gemeinde

Die südwestliche Küste der Niederlande ist durch Mündungsarme sowie Inseln und Halbinseln geprägt, ganz im Gegensatz zur nördlich daran anschließenden, schnurgeraden und regelmäßigen Küstenlinie. Das Deltagebiet hat seine Gestalt im Laufe der Jahrhunderte immer wieder merklich verändert, durch Sturmfluten ging Land verloren, durch Eindeichung und Anlegen von Poldern wurde wieder neues Land gewonnen. Wir schauen uns nun die zur Provinz Zeeland gehörende Insel Schouwen-Duiveland an, wo bereits der Doppelname verrät, dass es sich einmal um zwei Inseln handelte, obwohl es ursprünglich sogar einmal vier Inseln waren. Der Wandel wird besonders anschaulich, wenn man eine heutige Karte mit der Karte des Johannes Janssonius von 1658 vergleicht.

OpenStreetMap-Mitwirkende)

Ausschnitt aus der Niederlande-Karte von Johannes Janssonius (1658)

Seit 1971 kann die Insel von Norden aus über den Brouwersdam erreicht werden, der Teil des Flutwehrsystems der Deltawerke ist und über den eine zweispurige Straße führt. Wie an der gesamten Westküste der Niederlande haben sich auch auf Schouwen-Duiveland beachtliche Dünen entwickelt. Bei Westenschouwen merkt man das besonders deutlich, wenn man in Richtung Strand gehen möchte und dabei erst eine steile Treppe überwinden muss. Die Dünen gehören im westlichen Teil der Niederlande zu den höchsten natürlichen Erhebungen, wenn auch die größten Dünenhöhen nicht hier in Zeeland, sondern in Nordholland erreicht werden. Hat man nach zahlreichen Stufen den Dünenkamm erreicht, sieht man vor sich nicht nur den Strand, der sich ohne Unterbrechung um die gesamte Westküste der Insel erstreckt, sondern auch die Oosterscheldekering als Teil der Deltawerke, die ebenso wie die der Brouwersdam befahrbar ist.

Dünen bei Westenschouwen

Treppe zum Strand von Westenschouwen

Das Flutwehr der Oosterscheldekering

1997 wurde die gesamte Insel zu einer Gemeinde zusammengefasst, die mit einer Fläche von 488 km² mehr als doppelt so groß ist wie die Gemeinde Amsterdam, dafür aber lediglich ungefähr 33700 Einwohner hat. In Zierikzee befindet sich der Sitz der Gemeinde. Bei einem Rundgang durch diese Hafenstadt, in der ungefähr 11000 Menschen leben, weisen die zahlreichen prächtigen Bauwerke auf die einstige wichtige Bedeutung als Handelsplatz hin. Der alte Hafen befindet sich nicht weit vom langgestreckten Marktplatz, der hier deswegen auch Havenplein heißt.

Der Havenplein in Zierkzee


Etwas südwestlich von Zierikzee gelegen befindet sich hinter dem Deich entlang der Oosterschelde das Gemaal Duiveland. Dieses Pumpwerk sorgt dafür, dass der dahinter gelegene Polder, der dem Meer entrungen wurde, trocken bleibt. Das Land im Polder ist völlig flach und wird hier hauptsächlich landwirtschaftlich genutzt. Auch im Landesinneren werden die Polder durch Deiche begrenzt, die sogar befahrbar sind, wenngleich die Straßen darauf sehr schmal sind. Nicht weit vom Pumpwerk entfernt findet man außerdem das Watersnoodmuseum, das sich den Folgen der verheerenden Flutkatastrophe von Februar 1953 widmet.

Der Deich an der Oosterschelde

Das Pumpwerk Gemaal Duiveland


Polderlandschaft hinter dem Pumpwerk

Videoaufnahmen aus Westenschouwen, Zierikzee, dem Gemaal Duiveland und der dortigen Polderlandschaft

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4 Kommentare zu „Schouwen-Duiveland – Eine Insel, eine Gemeinde“

  1. Johannes!
    Da ist er, der Bericht über mein geliebtes Zeeland! Danke!
    Vielleicht gibt es mal eine zweiten Teil über die restlichen lieblichen Orte wie Brouwershaven, Dreischor, Burgh und Haamsteede und das Grevelinger Meer! Es gäbe da noch einiges zu entdecken….
    LG
    Roland

    Gefällt 1 Person

    1. Um etwas über die genannten Orte (außer das Grevelingermeer) zu schreiben, muss ich diese jedoch erst einmal besuchen, was ich aber vielleicht irgendwann nachhole. Dafür gibt es aber andere Orte in Zeeland, die ich kenne und über die ich demnächst schreiben könnte. Selbst innerhalb einer Provinz gibt es so viel zu sehen.

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